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12. Januar 2012 - Hilfestellungen für Mütter und Väter, die eine Kur in Anspruch nehmen wollen
In Genthin gibt das Haus der Diakonie Hilfestellungen für Mütter und Väter, die eine Kur in Anspruch nehmen wollen. Mit Palmira Repsyte-Scharf, Leiterin der Schwangerschaftberatungsstelle, sprach Redakteurin Manuela Langner.
Volksstimme: Welche Symptome sind Anzeichen, dass Mütter oder Väter ernsthaft über eine Kur nachdenken sollten?
Repsyte-Scharf: Kindererziehung, immer für die Familie da sein, den Haushalt managen und/oder im Beruf engagiert sein: Das ist noch immer Alltag der meisten Mütter. Wenn es dazu finanzielle Sorgen oder Partnerschaftsprobleme gibt, ein Angehöriger gepflegt werden muss oder eine Mutter mit allem nur auf sich ganz allein gestellt ist, dann wachsen die Anforderungen des Alltags in unerträglichem Maße. Erschöpfungszustände, Unruhe, Nervosität, Angst, Schlafstörungen, Allergien, Herz-Kreislauf-Störungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen sind typische Beispiele für Gesundheitsprobleme von Müttern.Weil die ersten Signale von Körper und Seele meist ignoriert werden, Mütter weiter für die Familie funktionieren wollen, werden aus Störungen oft Krankheiten, die intensiver Behandlung bedürfen.
Volksstimme: Welche Ziele verfolgt eine Kur?
Repsyte-Scharf: Während der dreiwöchigen Gesundheitsmaßnahme werden medizinische und physiotherapeutische Behandlungen sowie psychosoziale Therapien durchgeführt. Ausgehend von der gesundheitlichen Situation und dem persönlichen Lebensumfeld, erarbeiten Mütter/Väter und Kinder gemeinsam mit dem interdisziplinären Team der Klinik ihren Gesundheitserfolg. Neben den Maßnahmen (z.B. Entspannungstechniken erlernen, neue Impulse für den Umgang in den in den schwierigen Erziehungssituationen erhalten) werden in einzelnen Kliniken Schwerpunktmaßnahmen angeboten, die bestimmte psychosoziale Aspekte (z.B. die Pflege eines Familienangehörigen, Trauer- oder Trennungsverarbeitung) durch gezielte therapeutische Maßnahmen berücksichtigen. Die Kinder sind in den Kindergruppen gut aufgehoben und werden pädagogisch betreut. So können die Eltern sich ihrem Kind stressfrei, ohne Zeitdruck zuwenden. Fürsorglich und respektvoll begleitet, entwickeln sie neue Wege, wie sie in Zukunft ihre Gesundheit positiv beeinflussen, ihren Alltag und ihre Probleme verändern können.
Volksstimme: Welche Hilfestellungen gibt den Betroffenen Ihre Beratungsstelle?
Repsyte-Scharf: Die Beratungsstelle hilft bei allen Fragen rund um die Antragstellung und bereitet die Mütter und Väter gezielt auf die Kur vor. Mit der Beraterin wird das Für und Wider einer Mütter-Kur/Väter-Kur oder einer Mutter-Kind-Kur/Väter-Kind-Kur besprochen. Gemeinsam wird der Kurantrag für die Krankenkasse vorbereitet. Die Beratungsstelle sucht mit Hilfesuchenden die für sie passende Einrichtung und klärt sie zum Wunsch und Wahlrecht auf. Alle wichtigen Informationen zur Klinik werden mitgeteilt. Falls die Krankenkasse den Antrag ablehnen sollte, unterstützt die Beratungsstelle beim Widerspruch.
Volksstimme: Wie setzen sich Hilfesuchende am besten mit Ihnen in Verbindung?
Repsyte-Scharf: Hilfesuchende können telefonisch einen Beratungstermin im Haus der Diakonie vereinbaren: (0 39 33) 80 59 00.
Quelle:
Volksstimme Genthin | Erscheinungsdatum 12.01.2012