"Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie"
Theatervorstellung „Unkraut vergeht nicht“
- Antragssteller: Förderverein der BBS Conrad Tack
- Projektleitung: Frank Kresin
- Zeitraum: 10.06.-30.09.2010
- Förderschwerpunkt: Demokratie und Toleranzerziehung, Bekämpfung von rechtsextremistischen Bestrebungen bei jungen Menschen
- Projekttyp: Kulturprojekt, Schulprojekt
- Zielgruppen: Jugendliche, SchülerInnen der BBS Conrad Tack
- Förderung: 1.300,00 €
Aufgrund der Tolerierung rechten Gedankenguts seitens junger Menschen sollen diese damit konfrontiert werden, aus welchem Anlass und wie schnell Menschen zu einer Zeit, in der Deutschland von Nationalsozialisten regiert wurde, zu Tode verurteilt werden konnten. Die Jugendlichen sollen sich anhand eines Theaterstückes nach wahrer Begebenheit mit dem Rechtsstaat und der Gerichtsbarkeit während der NS-Zeit und der Gegenwart auseinandersetzen. Die von Anfang bis Ende fesselnde Inszenierung beginnt mit dem Ende des 2. Weltkrieges. Es ist Fliegeralarm. Die Bewohner des Hauses begeben sich alle in den Luftschutzkeller. Abends, nachdem alle wieder in ihren Wohnungen sind, fehlt das Portomanie von Rudolfs Mutter. Die Nachbarin Anna Piehler, die des öfteren in ihrem Leben schon vor Gericht stand, wird verdächtigt und angezeigt. Es kommt zur Gerichtsverhandlung. Am 27.Februar 1945 verurteilt das Gericht die Angeklagte Anna Piehler im Schnellverfahren auf Basis der „Volksschädlingsverordnung“ zum Tode. Anna Piehler zum Urteil: „Ich habe in meinem Leben milde Urteile gekriegt und harte Urteile, mal 6 Monate, mal 4 Jahre. Aber immer habe ich sie dafür gekriegt, was ich getan hatte. Nie dafür, was ich gedacht habe. Und nie dafür, wer ich bin.“ Mit „Unkraut vergeht nicht“, mit seinen Momenten, die unter die Haut gehen, gelingt es, vom Schicksal eines einzelnen Menschen ergriffen zu sein. In der darauf folgenden Diskussion werden die Jugendlichen angeregt darüber nachzudenken, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht selbstverständlich sind.