"Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie"
Projekt "Integrationslotse"
- Träger: Evangelischer Kirchenkreis Elbe-Fläming
- Beginn: 13. November 2007
In der praktischen Integrationsarbeit hat sich der Einsatz von Integrationslotsen in den vergangenen 5 Jahren deutschlandweit bewährt. Unter Integrationslotsen wird eine Person mit eigenem Migrationshintergrund verstanden, die selbst in der Gesellschaft gut integriert und an der Integration anderer Zuwanderer interessiert ist. Sie fungiert als ein Bindeglied zwischen Migranten und dem gesellschaftlichen Leben der Stadt.
Eine der Aufgaben des Integrationslotsen ist, Migranten an die bestehenden Angebote der sozialen Einrichtungen und Vereine heranzuführen. Wir stellen fest, dass es ganz viele Beratungsstellen, Einrichtungen offener Kinder- und Jugendarbeit, Sportvereine u.a. gibt, die ihre Türen für die ausländischen Mitbürger öffnen, wissen aber nicht, warum Migranten ihre Angebote nicht in Anspruch nehmen. Da werden wir Migranten informieren, sie begleiten, um den beiden Seiten zu helfen, zueinander zu finden.
Eine weitere Aufgabe des Integrationslotsen wird es sein, alle an der Integration ausländischer Mitbürger Interessierten in einem Integrationsnetzwerk zu verbinden. "Ich habe in den letzten drei Jahren sehr viele Menschen in Burg kennen gelernt, die sich für die Migranten einsetzen, sei es ehrenamtlich oder von Berufs wegen. Immer wieder hörte ich dabei heraus, dass diese Menschen sich ziemlich allein vorkommen in dem, was sie tun. Sich zu vernetzen würde bedeuten, die Kräfte zu bündigen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Mir persönlich hat es sehr geholfen, gleichgesinnte Mitstreiter zu finden. So hoffe ich auf eine gute Zusammenarbeit im Netzwerk und bin für die Anregungen und den Austausch sehr dankbar." (T. Gütler)
Nicht zuletzt wollen wir interkulturelle Veranstaltungen in Burg initiieren, wo Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen kommen und einander kennen lernen. Angedacht sind u.a. Tage des interkulturellen Dialogs, Russischer Weihnachtsabend, Internationaler Kochkurs, Orientabend.
"Integration und Toleranz sind keine Einbahnstrasse. Um zueinander zu finden, müssen wir uns auf den Weg machen. Ich bin zuversichtlich, dass mit Einfühlungsvermögen, Vertrauen, Offenheit und Neugierde wir alle gemeinsam den passenden Weg finden werden. Ein bisschen Geduld brauchen wir natürlich schon - denn Veränderungen brauchen Zeit. Aber eine Reise von tausend Kilometern beginnt auch immer mit dem ersten Schritt!"
(T. Gütler, Projektleiterin)
Leiterin des Projekts
Tatjana Gütler (34),
Dipl.-Sozialpädagogin mit Zusatzausbildung in Migrationssozialberatung
Lebte in Russland, studierte auf Lehramt in Kasachstan, kam 1995 als Spätaussiedlerin nach Deutschland, studierte dann Sozialpädagogik an der Theologischen Hochschule Friedensau und war anschließend als Heimleiterin in den Studentenwohnheimen tätig.
"Als Russlanddeutsche habe ich sowohl in Russland als auch in Deutschland am eigenen Leibe erfahren, wie schwierig es ist, mit den Vorurteilen und Intoleranz umzugehen. Oft werden Menschen missachtet und gehasst, die gar nichts dafür können. Meistens geschieht es aufgrund von Unkenntnis der Geschichte und von fehlenden persönlichen Kontakten. Lernt man sich näher kennen, beginnt man in einem Fremden das Gemeinsame, das Menschliche zu entdecken und das Andersartige mit positiver Neugierde schätzen zu lernen.
Ich habe sehr viele deutsche und ausländische Freunde und ich möchte keine davon missen. Wir bereichern uns gegenseitig, erklären einander die Welt und sind aufeinander angewiesen. Diese Freundschaften helfen mir, toleranter zu werden."